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vetschau/Spreewald

Schloss Vetschau

Das Schloss Vetschau liegt westlich der Altstadt im Schlosspark. Das denkmalgeschützte Ensemble besteht heute aus vier Gebäudekomplexen.

Das Haupthaus mit Turm fungiert als Stadtverwaltung. Das Kavaliershaus (Stadthaus II) rechts neben dem Schloss ist der Sitz des Ordnungsamts. Die Schlossremise war ein Wirtschafts- und Stallgebäude. Sie birgt eine Ausstellung zum Thema "Geschichten vom Heiraten". Neben der Schlossremise befindet sich weiterhin ein altes Gewächshaus.

Das Renaissanceschloss wurde 1540 errichtet. Obgleich das Gebäude im Laufe der Jahrhunderte durch verschiedene Baumaßnahmen stark verändert wurde, haben vereinzelte Zimmer im Erdgeschoss noch ein Kreuzgewölbe.

Der Rittersall

Vom Hof des Haupthauses gelangt man über eine geschwungene Freitreppe zum Rittersaal, welcher auch Barocksaal genannt wird. Sehenswert ist der Rittersaal mit seinen Stuckarbeiten an Decke und Wänden, seinem Kamin, seiner Ausmalung und seiner Inneneinrichtung mit einem Flügel von Steinway aus dem Jahre 1920. Der Rittersaal wird für Trauungen und kulturelle Veranstaltungen genutzt und wurde 2016 renoviert. Im Zuge dessen hat man die Wandmalereien, die in den 1960ern komplett überstrichen wurden, wieder freigelegt. Der Wappenbaum an der Nordwand, die Malerei über dem Kamin und die vier Jahreszeiten an den Seitenwänden erstrahlen heute wieder in neuem Farbglanz.

Heiraten ist im Rittersaal auch möglich. Der Saal bietet Platz für bis zu 70 Gäste und beeindruckt vor allem durch sein feierliches Ambiente und den weißen Steinway Flügel aus dem Jahr 1920, auf welchem auch heute noch gespielt werden kann.

Das Wappenzimmer

Unter dem Motto "Was Vetschau im Schilde führt" lädt das Wappenzimmer des Schlosses Vetschau zu einem Besuch ein. Die Ausstellung ist dem spektakulären und in Brandenburg einmaligen Fund des Wappenprivilegs aus dem Jahre 1548 gewidmet. Das Privileg galt über Jahrhunderte hinweg als verschollen, bevor es 2005 bei Restaurierungsarbeiten unter Dielenbrettern auf dem Dachboden eines Hauses am Vetschauer Markt 1 wiederentdeckt wurde. Durch Spenden vieler Vetschauer Bürger konnte die Urkunde fachgerecht restauriert werden.

Herzstück der Ausstellung ist eine originalgetreue Reproduktion der restaurierten Urkunde zur Wappenverleihung durch den deutschen König Ferdinand I. vom 17. März 1548 an "Rath und Gmaind des Marckths Vetzschew". Das Original war stark beschädigt und wurde nach der Restauration im Brandenburgischen Landeshauptarchiv in Potsdam eingelagert.

In der Ausstellung erhalten Sie Einblicke in die Entstehungsgeschichte und die geschichtlichen Hintergründe zur Verleihung des Wappenprivilegs auf dem "Geharnischten Reichstag" in Augsburg. Erfahren Sie, welche Rolle Eustachius von Schlieben und seine Frau Katharina von Schapelow bei der Wappenwahl spielten und achten Sie einmal auf das Familienwappen – dem "vertauschten Windhund" wurde schon so mancher Streich gespielt. Außerdem kann die Restaurierung des historischen Dokuments nachvollzogen werden. Ein Siegel der Stadt Vetschau, Fotos und eine erstmals veröffentlichte Ansicht der Stadt gehören ebenfalls zur Ausstellung.