Auf der Nordseite ist die deutsche Schlosskapelle angebaut worden, in welcher für die Schlossherrschaft und die wenigen Deutschen nach Bedarf auch in Deutsch gepredigt wurde. Im Verlauf des 30-jährigen Krieges sind die Sachsen-Merseburger in den Besitz der Niederlausitz gekommen und haben einen konsequenten Germanisierungsprozess begonnen. Das Wendische wurde zurückgedrängt und das Deutsche nach vorn gebracht. So musste auch in Vetschau eine extra Kirche für die Deutschen gebaut werden. Der landesherrliche Befehl aus Merseburg lautete, die Schlosskapelle an der Wendischen Kirche abzureißen und an derselben Stelle eine "ordentliche Kirche" aufzuführen. 1689 begann der Abriss der Schlosskapelle. 1690 war die Grundsteinlegung der neuen Kirche, 1693 ihre Fertigstellung und 1694 die Einweihung.
Wand an Wand stehen nun die schlichte wendische Dorfkirche und die reicher ausgestattete spätbarocke Stadtkirche. Eine Verbindung beider Kirchen besteht durch die vorgesetzte Sakristei am Ostgiebel. Der Turm erhielt seine achteckige Gestalt in den darauffolgenden Jahrzehnten.
Heute dient die Kirche als kulturelle Veranstaltungsstätte mit musealem Charakter. Der Förderverein Wendisch-Deutsche Doppelkirche e.V. und der Kulturverein Vetschau e.V. organisieren außerdem Ausstellungen, Konzerte oder Theateraufführungen.
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