Auf einer leichten Erhöhung und von einem Wassergraben umgeben, befindet sich das Vetschauer Stadtschloss. Das 1540 erbaute Schloss mit seinem schönen alten Park ist heute Sitz der Stadtverwaltung Vetschau. Man erkennt noch Bauelemente der einstigen Renaissanceburganlage, obgleich das Gebäude im Laufe der Jahrhunderte durch verschiedene Baumaßnahmen stark verändert wurde. Früher gab es hier auch eine Zugbrücke, die mit dem Umbau des Schlosses verschwand. Rechts neben dem Schloss befindet sich das Kavaliershaus. In Sichtweite steht ein weiteres Gebäude, das 2015 liebevoll saniert wurde. Es gilt als früherer Wirtschaftstrakt der Schlossanlage. Heute sind in der Schlossremise eine Tourist-Information und eine Ausstellung nebst Veranstaltungssaal untergebracht.
Die Zimmer des Schlosses im Erdgeschoss haben alle noch Kreuzgewölbe, die zum Teil mit dekorativer Deckenbemalung, wie im heutigen Sitzungszimmer, versehen sind.
In der ersten Etage befinden sich für Besucher zugänglich das Wappenzimmer und der Rittersaal. Im Wappenzimmer befindet sich eine Dauerausstellung zur wieder entdeckten Wappenurkunde aus dem Jahre 1548 sowie anderer historischer Exponate. Der Ritterssaal wird sehr gern für Trauungen genutzt sowie für wichtige städtische Veranstaltungen. 2016 aufwendig restauriert, erstrahlt er wieder in seinem einstigen Glanz.
Der Rittersaal
Vom Hof des Haupthauses gelangt man über eine geschwungene Freitreppe zum Rittersaal. Erstmals wurde er 1930 zu einem Fest- und Sitzungssaal umgebaut und feierlich eingeweiht. Federführend an der Sanierung war der berühmte Sohn der Stadt, der Mayonnaisenmillionär Richard Hellmann. Mit einer großzügigen Spende aus der von ihm gegründeten Stiftung unterstützte er das Vorhaben maßgeblich. Der Saal zeigt ein einmaliges Ambiente mit Stilelementen aus dem Rocco und dem Klassizismus, wertvoller Decken- und Wanddekoration, stilvollen Holzstühlen und einem weißen Steinway-Flügel aus dem Jahre 1920. Der Rittersaal wird für Trauungen und kulturelle Veranstaltungen genutzt und wurde 2016 renoviert. Im Zuge dessen hat man die Wandmalereien, die in den 1960ern komplett überstrichen wurden, wieder freigelegt. Der Wappenbaum an der Nordwand, die Malerei über dem Kamin und die vier Jahreszeiten an den Seitenwänden erstrahlen heute wieder in neuem Farbglanz.
Heiraten ist im Rittersaal auch möglich. Der Saal bietet Platz für bis zu 70 Gäste und beeindruckt vor allem durch sein feierliches Ambiente und den weißen Steinway Flügel, auf welchem auch heute noch gespielt werden kann. Infos zum Heiraten im Rittersaal finden Sie --hier--
Das Wappenzimmer
Unter dem Motto "Was Vetschau im Schilde führt" lädt das Wappenzimmer des Schlosses Vetschau zu einem Besuch ein. Die Ausstellung ist dem spektakulären und in Brandenburg einmaligen Fund des Wappenprivilegs aus dem Jahre 1548 gewidmet. Das Privileg galt über Jahrhunderte hinweg als verschollen, bevor es 2005 bei Restaurierungsarbeiten unter Dielenbrettern auf dem Dachboden eines Hauses am Vetschauer Markt 1 wiederentdeckt wurde. Durch Spenden vieler Vetschauer Bürger konnte die Urkunde fachgerecht restauriert werden.
Herzstück der Ausstellung ist eine originalgetreue Reproduktion der restaurierten Urkunde zur Wappenverleihung durch den deutschen König Ferdinand I. vom 17. März 1548 an "Rath und Gmaind des Marckths Vetzschew". Das Original war stark beschädigt und wurde nach der Restauration im Brandenburgischen Landeshauptarchiv in Potsdam eingelagert.
In der Ausstellung erhalten Sie Einblicke in die Entstehungsgeschichte und die geschichtlichen Hintergründe zur Verleihung des Wappenprivilegs auf dem "Geharnischten Reichstag" in Augsburg. Erfahren Sie, welche Rolle Eustachius von Schlieben und seine Frau Katharina von Schapelow bei der Wappenwahl spielten und achten Sie einmal auf das Familienwappen – dem "vertauschten Windhund" wurde schon so mancher Streich gespielt. Außerdem kann die Restaurierung des historischen Dokuments nachvollzogen werden. Ein Siegel der Stadt Vetschau, Fotos und eine erstmals veröffentlichte Ansicht der Stadt gehören ebenfalls zur Ausstellung.
Der Park
Der Schlosspark hat eine Größe von 4,6 Hektar. Unter dem alten Baumbestand findet man noch zwei seltene Exemplare von Sumpfzypressen, die heute unter Naturschutz stehen. Der gesamte Park sowie alle darauf befindlichen Gebäude stehen heute unter Denkmalschutz.