vetschau/Spreewald

Hans Bock

Der Dichter Hans Bock, Jan Bok, der sich später Johannes Bocatius nannte, wurde am 25.12.1569 als Sohn des Kaufmanns Peter Bock in Vetschau geboren. Er studierte in Dresden und Wittenberg. Als Diplomat im Dienste des Siebenbürger Grafen Bocskaj wurde er vom Kaiser Rudolf II. zu mehreren Jahren Festungshaft in Prag verurteilt. Bock zählte zu den bedeutendsten Dichtern seiner Zeit. Er erhielt den kaiserlichen Titel "Poeta laureatus ceasareus" - soviel wie: "gekrönter Dichter". Bocatius' Schriften vermitteln einen Eindruck über sein vielseitiges Schaffen. Er hinterließ ein umfangreiches lateinisches und deutsches Werk. Zu deutschen Kirchenliedern dichtete Bocatius neue Texte.

Bocatius bezeichnete sich in seinen Schriften und Briefen als Germanus, Lusatus und Sorabus. Mit Lusatus und Germanus benannte er die geographische, mit Sorabus seine nationale Herkunft. Als Zeugnis seiner Herkunft veröffentlichte er das wendische Vaterunser, wie es im 16. Jahrhundert in seiner Heimatstadt Vetschau gebetet wurde:

Wości naš sy na njebju, huswěś se twojo mjeno, pśiź k nam twojo krolewstwo,
twoja wola se stani jako na njebju i tu na zemi. Naš dnjejšy klěb daj nam źins,
a wodaj nam naše winy, ak my wodawamy našym winikom, a njewjeźi nas do spytowanja,
ale humož nas wot złego. Amen.

In Košice tragen eine Straße und die Stadtbibliothek Bocatius Namen. Der ehemalige slovakische Staatspräsident Rudolf Schuster war zuvor Oberbürgermeister in Kaschau, also ein Amtsnachfolger Bocatius gewesen, dessen Wirken ihm Vorbild war. Rudolf Schuster verfasste ein Schauspiel über Bocatius Leben, das als sogenanntes "Straßenspektakel" in Košice aufgeführt wurde. Anlässlich seines Besuchs in Vetschau im Jahre 2001 wurde die an der Kirche angebrachte Ehrentafel mit Bocatius Lebensdaten und Versen eines seiner Gedichte feierlich enthüllt.